Evidence-Based Learning at School

Fuhrparkdatenbank als Legespiel

(Zum Hintergrundartikel “Legespiele“)

Wenn es um relationale Datenbanken geht, haben so ziemlich alle meine Schüler – zumindest ab einem gewissen Punkt – Schwierigkeiten zu begreifen, wie ein Datenbankmanagementsystem eigentlich arbeitet. Wie werden beispielsweise die benötigten Informationen über die ganzen verknüpften Tabellen hinweg gefunden? Was passiert „unter der Haube“, hinter einem Suchformular? Ich entschloss mich, es einmal mit einem Legespiel zu versuchen. Nach einigen Stunden der üblichen, vorwiegend lehrerzentrierten Einführung in das Thema, wollte ich meinen Schülern einen eher spielerischen, erforschenden Zugang bieten. Also nahm ich eine fertige Fuhrparkdatenbank als Grundlage und erstellte Spielkarten für jeden Eintrag in einer der vier Tabellen, sowie ein paar Spezialkarten zum Repräsentieren der Art der Tabellenverknüpfungen.

Die Schüler fanden sich in Gruppen von höchsten fünf  Schülern zusammen. Jede Gruppe bekam einen Satz Spielkarten. In der ersten Aufgabe mussten zunächst einmal die Gemeinsamkeiten bestimmter Karten erkannt werden. Danach sollten die Karten nach den gefundenen Kategorien (Mitarbeiter, Fahrzeug, Modell, …) übersichtlich auf den Tischen (Abb. 1) sortiert werden, damit das zugrunde liegende Datenmodell sichtbar wird. Während in den Gruppen mögliche Lösungen intensiv diskutiert wurden, hatte ich Zeit in der Klasse herum zu gehen und dort zu helfen, wo es nötig war. Wegen der visuellen Hilfsmittel war die Kommunikation unkompliziert und treffsicher. Jeder konnte ja mit dem Finger auf ein bestehendes Problem zeigen. Auch Lösungsansätze waren buchstäblich begreifbar.

manipulatives for the car pool database

Abb. 1: Legespiel zur Fuhrparkdatenbank

Nachdem schließlich jede Gruppe ein funktionierendes Datenmodell auf dem Tisch hatte, sagte ich der Klasse, dass sie nun mein Datenbankmanagementsystem sein sollten, und ich einen Datenbanknutzer spielen würde, der bestimmte Informationen braucht. Ich stellte Fragen, wie z. B. „Welches Auto aus dem Firmenfuhrpark wird zur Zeit von Herrn Äckermann gefahren?“. Es dauerte nicht lange bis jede Gruppe erkannte, wie man mithilfe der Papierdatenbank zügig an die von mir geforderten Informationen kommt. Abschließend ließ ich die Gruppen sich gegenseitig herausfordern. Sie gaben sich gegenseitig Rechercheaufträge. Bei Unstimmigkeiten wurde intensiv debattiert. Wir simulierten eine digitale Datenbank mit den laminierten Kärtchen eines Legespiels.

Relationale Datenbanken zu unterrichten ist immer noch eine Herausforderung für mich. Ich bin jedoch nach vielen positiven Erfahrungen (Akzeptanz und Leistung) davon überzeugt, dass dieses Legespiel Schülern wirklich helfen kann, ein tieferes Verständnis für die Materie zu gewinnen. Selbst die Erwachsenen in meinen Lehrerfortbildungen zum Thema bewerten diese spielerische Art zu lernen recht positiv.


 

entity relationship data model for the car pool

Abb. 2: Datenmodell der Fuhrparkdatenbank

 

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