Evidence-Based Learning at School

Legespiele

Legespiele bewirken, dass Schüler nachdenken und überlegte Entscheidungen treffen. Es geht dabei hauptsächlich um das Sortieren von Kärtchen nach bestimmten  Kriterien. Tatsächlich sind sie so etwas wie grafische Strukturierungshilfen (engl. graphic organizers). Paare oder Gruppen von Schülern positionieren ihre Karten in verschiedenen Anordnungen entsprechend der Aufgabenstellung. Die Schüler sollen dabei gemeinsam zu einer Lösung kommen, indem sie sich Fragen stellen und sich ihre Lösungsansätze gegenseitig erklären.

Laut Geoff Petty [1], können die Karten Texte, Diagramme, Formeln, Computercodes, Fotografien, Zeichnungen, oder eine Kombination davon enthalten.
Legespiele werden typischerweise bei diesen Aufgaben eingesetzt:

  • BESCHRIFTEN – Schüler beschriften beispielsweise eine Landkarte, indem sie Textkärtchen an der richtigen Stelle ablegen.
  • ZUORDNEN – Karten können (paarweise) anderen Karten zugeordnet werden.
  • GRUPPIEREN – Ein Satz Karten wird nach vorgegebenen Kriterien gruppiert.
  • RANGLISTE – Die Karten werden nach einer bestimmten Vorgabe von einem Maximum zu einem Minimum (oder umgekehrt) hin angeordnet.
  • REIHENFOLGE – Die Sortierung erfolgt nach einer vorgegeben Reihenfolge (z. B. Zeit)
  • VERVOLLSTÄNDIGEN – Mit den Karten wird ein bestimmtes Muster oder ein Text vervollständigt.

Aktivitäten in denen man Objekte mit Schlagworten oder Symbolen physisch manipulieren muss, wird eine hohe Lernwirksamkeit attestiert. So hat Robert J. Marzano [2] viele Einzelstudien darüber zusammen gefasst und eine Effektgröße von 0,89 errechnet, was ungefähr einem Lernzuwachs von ca. 30 Prozent entspricht. Das kann einen Unterschied von bis zu 2 Notenstufen ausmachen. Legespiele können das erreichen, weil Schüler

  • gezwungen werden höhere Denkleistungen zu erbringen,
  • sich mit Schlüsselbegriffen und den wesentlichen Fakten auseinander setzen müssen,
  • dabei nicht durch mögliche Rechtschreibprobleme behindert werden,
  • durch wiederholtes Umlegen der Karten schrittweise ihre Denkansätze fortentwickeln,
  • ihr Denken mit jeder zugeordneten Karte sichtbar machen können,
  • den spielerischen Ansatz genießen.

Man kann auch sagen, dass Legespiele die Entstehung von mentalen Modellen fördern.

The very act of generating a concrete representation establishes an image of the knowledge in the students’ minds.“ R. J. Marzano [3]

Mit etwas Überlegung lassen sich Legespiele an die unterschiedlichsten unterrichtlichen Erfordernisse in jedem Fach anpassen. Auch recht komplexe Themen, wie etwa die Modellierung von relationalen Datenbanken, können mithilfe von Legespielen lernwirksam bearbeitet werden. Der zeitliche Aufwand bei der Erstellung ist teilweise nicht unerheblich, ist aber zusätzlich zur belegten Lernwirksamkeit durch die hohe Wiederverwertbarkeit (Tipp: Laminieren) gerechtfertigt.

 

[1] Petty, G., Evidence-Based Teaching (2009), 2. Auflage Nelson-Thornes
[2] Marzano, R. (1998) A Theory-Based Meta-Analysis of Research on Instruction, McREL Aurora, Colorado
[3] Marzano, R. et al. (2001), Classroom Instruction that Works, ASCD, USA

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