Evidence-Based Learning at School

Unterrichtsversuch im Rahmen des Comenius-Regio Projekts (Cooperative Answers)

Unterrichtsversuch im Rahmen des

Comenius-Regio Projekts

 

Mit einer Klasse der 7. Jahrgangsstufe wollte ich die Unterrichtsmethode „Cooperative Answers“ aus  „how2teach“ probieren. Ich unterrichte diese Klasse seit 7 Monaten. In der Klasse gibt es keine auffälligen Schüler, die Leistungsfähigkeit und auch die Leistungsbereitschaft der einzelnen Schüler liegt recht eng beieinander. Es gibt keine Schüler, die die 7. Jahrgangsstufe wiederholen.

Zur Unterstützung und um ein kollegiales Feedback zum Unterricht zu bekommen, hatte ich zwei Kollegen zu einer Unterrichtshospitation eingeladen.

Bei der o.g. Unterrichtsmethode geht es darum, dass sich die Schüler nicht mit der Lehrkraft am Unterrichtsgespräch beteiligen, sondern die Schüler gemeinsam eine von der Lehrkraft gestellte Aufgabe bearbeiten und das Ergebnis im Anschluss präsentieren.

Die Lernenden arbeiten in Gruppen von drei Schülern und unterstützen sich gegenseitig, um eine Antwort auf die vom Lehrer gestellte Aufgabe vorzubereiten. Im Anschluss wählt der Lehrer per Los einen Schüler aus, der die Lösung der Klasse präsentiert.

Diese Unterrichtsmethode gliedert sich in folgende vier Phasen:

1.   Fragestellung und Erläuterungen

Die Lehrkraft stellt der Klasse die zu bearbeitende Aufgabe und erläutert wie er den Schüler aussucht, der die Antwort der Gruppe präsentiert.

2.   Die Schüler bearbeiten gemeinsam die Aufgabenstellung

Dazu setzen sich die Schüler zu Gruppen zusammen und erstellen eine Lösung, die jeder Schüler präsentieren kann.

3.     Auf Anweisung der Lehrkraft nummerieren sich die Schüler

Jede Gruppe legt fest (ohne, das die Lehrkraft informiert ist welcher Schüler welche Nummer hat) wer die Nummer 1-3 ist

4.     Die Lehrkraft wählt jeweils aus jeder Gruppe eine Nummer und der Gruppe.

Der Schüler, der nun per Zufall ausgewählt wurde um das Ergebnis der Gruppe zu präsentieren, darf nun das Ergebnis vorstellen.

 

Am Ende der Stunde war ich über das Ergebnis negativ überrascht. Die präsentierten Lösungen waren sowohl von der Qualität als auch vom bearbeiteten Spektrum nicht einmal ausreichend.Schon während der Arbeitsphase fiel mir auf, dass die Konzentration der verschiedenen Gruppen schnell nachließ. Inhalt der Gespräche war meistens nicht mehr die gestellte Aufgabe. Die Klasse ist grundsätzlich als „lernwillig“ bekannt.

Nun war ich gespannt, welche Beobachtungen und Hinweise ich von den hospitierenden Lehrkräften erhalten würde.

Ich empfand es als gut und wichtig, die Stunde möglichst zeitnah zu besprechen. Denn die aktuellen Eindrücke sind notwendig um konkrete Handlungsalternativen zu erarbeiten.Die Beobachtungen der Kollegen waren mit meinen identisch. Bei den vermuteten Ursachen für die mangelnde Leistung der Klasse bekam ich folgende Hinweise:

–   Die Aufgabenstellung sollte während der Arbeitsphase für die Schüler immer zu lesen sein.

–   Die Aufgabenstellung war sehr offen.

–   Eine Zeitvorgabe, wie lange die Schüler an den unterschiedlichen Unterpunkten arbeiten sollen, fehlte.

–   Die Schüler schienen mit der offenen Fragestellung überfordert zu sein und wussten nicht genau, was von ihnen gefordert war. Deshalb vielleicht auch der schnelle Konzentrationsverlust.

 

Mit den erhaltenen Hinweisen wollte ich den o.g. Unterrichtsversuch in einer anderen 7. Klasse noch einmal durchführen.

Der Ablauf sollte wie oben in den vier Phasen identisch sein. Doch die Aufgabenstellung war dieses Mal sehr klar umgrenzt. Für die einzelnen Unterpunkte gab ich vor, wieviel Minuten die Schüler daran arbeiten sollen.  Dazu erstellte ich eine kleine Präsentation. Die Aufgabenstellung und ungefähre Zeiteinteilung war während der kompletten Arbeitsphase für die Schüler zu sehen. Auch zu dieser Stunde hatte ich Kollegen eingeladen. Beide waren von der Stunde sehr positiv angetan. Die kollegiale Hospitation ist für alle Beteiligten ein Gewinn.

Schon während der Arbeitsphase war eine deutliche Veränderung zu sehen. Die Gespräche bezogen sich fast ausschließlich auf die Aufgabenstellung. Die Schüler wirkten sehr konzentriert. Besonders auffällig war für mich, dass die präsentierenden Schüler deutlich selbstbewusster wirkten, als sie das Ergebnis der Gruppe präsentierten. Ich denke, dass die veränderte Aufgabenstellung und der Zeitrahmen den Schüler Sicherheit gaben. Die Ergebnisse waren durchgängig gut, eine Gruppe lieferte eine sehr gute Präsentation.

Die hospitierenden Kollegen hatten sich auch bei dieser Stunde vorher über die Unterrichtsmethode bei „how2teach“ informiert. Beide wollen in ihrem Unterricht dieses Unterrichtsmodell einsetzen.

 

 

 

 

 

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