Evidence-Based Learning at School

Die Entwicklung der Spiegelbeispiel-Methode

Es war Teil des Projektes, in beiden Ländern Stunden nach dem gleichen Prinzip (daher Spiegelbeispiel-Methode) zu erstellen, um das Potential der gewählten Methode, die Schüler zu erreichen und ihnen das Fach effektiv beizubringen, zu bewerten. Um dies zu tun entschieden wir, dass die Methode vielseitig und auf jedes Fach und von jedem Lehrer angewandt werden können muss. Wir fingen damit an, herauszufinden, wie wir auf der schwedischen Seite im letzten Jahr unterrichtet haben. Wir drei versuchen unsere Lehrmethoden detailliert zu beschreiben und schrieben sie auf. Anschließend suchten wir nach Gemeinsamkeiten und versuchten herauszufinden, welche der Dinge, die wir taten, den Schüler unserer Erfahrung und Studien nach am besten unterrichteten. Einige der wichtigeren Aspekte, die wir fanden waren, dass Lehrmethoden variiert werden müssen, dass Gedächtnistraining viele Schüler erreicht und Ergebnisse verbessert hat, dass lehrreiche Unterhaltungen unter Schülern eine gute Methode sind, um ein Thema zu beginnen und auch ein geeignetes Werkzeug dazu, ihr Wissen zu testen, dass die Nutzung von ITC ein guter Weg war, um schnell Rückmeldungen zu bekommen und es den Schülern Spaß gemacht hat, es zu benutzen, dass Fragen, die von den Schülern gesteuert werden ihr Lernverlangen steigern, was bessere Ergebnisse bewirkte und schließlich, dass formende Beurteilungen auf welche Weise auch immer die Leistungen der Schüler steigerte.

Hieraus entwickelten wir die erste Grundlage, die beide Länder in ihren Spiegelbeispielen nutzen konnten. Es sah folgendermaßen aus:

Spiegelbeispiel

  1. Der Lehrer wählt ein Thema aus dem Lehrplan, an dem die Schüler arbeiten sollen
  2. Der Lehrer bittet jeden Schüler darum, eine Mindmap ihres bisherigen Wissens bezüglich dieses Themas zu erstellen.
  3. Die Schüler sollen Fragen über das Thema formulieren, an denen sie Interesse haben oder über die sie etwas lernen wollen (Ziel: Schülergesteuerte / motivierte Stunde)
  4. Der Lehrer gruppiert die Fragen in ein paar Gebiete / Themen, die tiefgehender behandelt werden.
  5. Der Lehrer diskutiert dann mit den Schülern.
    • wie man bezüglich dieser Themen am besten lernt,
    • wie man alle Fähigkeiten und das komplette Wissen erreicht, die man damit, über dieses Thema etwas zu lernen, erreichen sollte,
    • ob es irgendwelche Fähigkeiten oder Wissen gibt, die in diesen Themen nicht behandelt werden können,
    • und schließlich, wie die Schüler bewertet werden sollten. Der Lehrer macht begreiflich, dass die Schüler wissen müssen, wenn das Thema abgeschlossen ist.
  6. Arbeit entsprechend des erstellten Plans.
  7. Die Lehrkraft führt während der Unterrichtssequenz ein Lerngespräch bezüglich einiger Punkte oder Themen um voneinander zu lernen und das Verständnis zu vertiefen. Das Lerngespräch dient auch als formatives Feedback für die Lehrkraft vor der Leistungserhebung.
  8. Leistungserhebung.

Anschließend führte ich eine Google Hang-out Unterhaltung mit Martin Loder, um unsere Ideen dem deutschen Team mitzuteilen und zu sehen, was sie davon halten und ob sie Vorschläge zur Modifizierung oder komplett andere Ideen hätten. Sie waren der Ansicht, dass wir den IT-Einsatz, einen der Hauptaspekte des Projektes, nicht genug beachtet haben und uns im Spiegelbeispiel mehr damit befassen müssen. Daher haben wir die folgenden Punkte hinzugefügt.

  • Wir sollten IT-Werkzeuge in der Unterrichtseinheit besser nutzen – mindestens mehrere Male. Wir empfehlen formatives Feedback zwischendrin um zu sehen, ob das Lernen der Schüler für den letzten Test in die richtige Richtung geht.
  • Lerngespräche können mit mobilen Geräten aufgezeichnet werden, was als Lehrmethode oder Ausgangspunkt für weiteres Lernen genutzt werden kann
  • Visuelle Hilfsmittel („Graphic Organizers“) bieten Struktur, wie z. B. mit Mindmaps, Venn-Diagrammen, Chroniken, Konzeptgruppierung und so weiter.

Mit diesen Ergänzungen zum ursprünglichen Konzept, waren wir überzeugt, dass sich dies in unseren Spiegelbeispielen gut machen würde und fuhren damit fort, sie in beiden Gruppen zu testen.

Vor dem fünften Arbeitsbesuch stellten wir allen Lehren im Projekt die Frage „Wie kann IT im Unterricht genutzt werden, um das Lernen von Kindern zu verbessern“, um diesen Teil des Projektes zu stärken. Alle Lehrkräfte wurden aufgefordert, mindestens drei Antworten auf diese Frage zusammen mit Unterrichtsbeispielen aufzuschreiben.

Die gesammelten Antworten wurden kategorisiert. So gelangten wir zu den Einsatzfeldern, die wir für die Schüler als am hilfreichsten befanden, wenn sie Informationstechnologie (IT) nutzen.

  • IT erweitert das Klassenzimmer (um das Wissen aus dem Internet, oder durch die Einbindung externer Experten via Videokonferenzen)
  • IT gibt schnelle und einfache Rückmeldungen in vielen Formen.
  • IT motiviert Schüler.
  • IT ist nützlich zur Visualisierung.
  • IT ist nützlich bei Recherchen.
  • IT hilft beim Aufbau von Fähigkeiten.
  • IT erleichtert Präsentationen.
  • IT verbessert die Kommunikation.
  • IT ist ein Werkzeug für Kreativität und Gestaltung.
  • IT ist ein Werkzeug für den einzelnen Schüler oder Lehrer und für Gruppenarbeiten.

Nach der Kategorisierung gewichteten wir die Gruppen und kamen zu dem Schluss, dass Präsentation, Feedback und der Aufbau von Fähigkeiten die wichtigsten Aspekte sind und somit das Lernen der Schüler unserer Meinung nach am meisten verbesserten. Wir stimmten alle darin überein, dass wir in unserer zukünftigen Unterrichtsplanung auf diese Aspekte eingehen müssen. Besonders das formative Feedback sollte in den Richtlinien des Spiegelbeispiels stärker betont werden sollten.

Es wurde daher für das Spiegelbeispiel zum Schluss noch vereinbart, dass digitale Medien (z. B. Smartphones und Tablets) als Werkzeug für formatives Feedback im Verlauf der Unterrichtssequenz frühzeitig und regelmäßig genutzt werden sollten.

Per Lundholm