Evidence-Based Learning at School

Wie fördert die IT den Unterricht am besten?

Zweck

Warum sollten wir in der Schule digitale Werkzeuge einsetzen? Gemäß Lehrplan sind wir ‘dafür verantwortlich, dass alle Schüler eine elementare Ausbildung in Bezug auf ihre Fähigkeit, die moderne Technologie zu nutzen, erhalten.’ Diese soll als Werkzeug für Wissen, Kommunikation, Kreativität und Lernen dienen.

Um einen besseren Einblick in das Feld der IT-Nutzung in der Schule zu gewinnen, vereinbarten wir, das Buch Lyckas med digitala verktyg i skolan von John Steinberg, Ph.D., im Fach Erziehungswissenschaft zu lesen.

Wir arbeiteten das Buch durch. Dazu lasen wir es und führten Lerngespräche über seinen Inhalt. In diesem Artikel möchten wir die Themen in den Vordergrund rücken, die wir für die wichtigsten halten, sowie auch die Lehren, die wir aus Textdiskussionen und Lerngesprächen gezogen haben.

Es ist unser Ziel, diese Ideen in die Praxis umzusetzen, um digitale Werkzeuge richtig zu verwenden. Dahinter soll ein guter Lehrplan stehen, damit die Schüler bei ihrem Lernprozess hieraus Nutzen ziehen können. Dieses von uns in der Lerngruppe erlangte Wissen sollte sich auch im IT-Plan der Schule widerspiegeln.

Schlussfolgerungen

Im ganzen Buch betont der Autor durchgehend, dass hinter allem, was man in der Schule macht, eine gut durchdachte Unterrichtsidee stehen muss. Das gilt auch für die Verwendung digitaler Werkzeuge. Welches Ergebnis wir erhalten, hängt von unserem Blick auf die Schüler, die Epistemologie und die Lernmethode ab, die von Schulen wie Lehrerkollegien eingesetzt wird. Digitales Werkzeug in einer Umgebung, in der die passende Methodologie fehlt, führt nicht zu gesteigerter Qualität und Effektivität.

Ein spannendes Modell, das sogenannte SAMR-Modell von Ruben Puenteduras, zeigt deutlich, wie man mit digitalem Werkzeug auf verschiedenen Niveaus arbeitet, um verschiedene Qualitätsstufen im Lernprozess zu erreichen. (SAMR steht für Substitution [Ersatz], Augmentation [Steigerung], Modification [Änderung] und Redefinition [Neudefinition]). Wir haben dieses Modell übernommen und uns in unserer Lerngruppe entschieden zu versuchen, unseren Unterricht gemäß diesem Modell zu planen. Mehr als je zuvor bemühen wir uns, die höheren Ebenen des Modells zu erreichen.

Source: Lyckas med digitala verktyg i skolan by John Steinberg

Quelle: Lyckas med digitala verktyg i skolan by John Steinberg

Wir vergleichen unsere eigenen Ergebnisse mit der Bewertung, die die schwedische Nationalagentur für Bildung in Sachen Verwendung von digitalem Werkzeug in schwedischen Schulen ab 2013 abgegeben hat. Diese Bewertung zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Lehrer kein höheres als Niveau Zwei dieses Modells erreicht hat. Das bedeutet, dass die üblicherweise benutzten digitalen Werkzeuge Papier und Bleistift ersetzen oder dass sie für Vorgänge benutzt werden, die zuvor auch möglich waren, die Methode jetzt aber dank digitaler Technik erleichtern. Niveau Drei erreicht man nur, wenn man dies reflektiert und neue Unterrichtsmethoden sowie neue Wege findet, um das Lernen der Schüler auf der Grundlage einer anderen Methode zu betrachten. Technologie ermöglicht verschiedene Lerndimensionen, die mit anderen Lehrmethoden nicht auf die gleiche Art hätten realisiert werden können. Das letzte und höchste Niveau des Modells beinhaltet die Benutzung von digitalen Werkzeugen zur Schaffung neuer Methoden/ Aufgaben, mittels derer die Schüler auf einer höheren, zuvor nicht erreichbaren, Qualität lernen sollen. Ein Beispiel einer solchen Methode sind Schüler, die geteilte Cloud-Dienste wie Dropbox benutzen, um dort ihre Arbeiten abzuspeichern. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass die Schüler die Arbeiten der jeweils anderen Schüler anschauen können. Das ermöglicht gegenseitiges Feedback und das Erreichen von Lernfortschritten. Da alle Arbeiten der Schüler von den Lehrern gesammelt werden, sind diese schnell verfügbar und man kann während des Arbeitsprozesses kontinuierlich Feedback geben. Auf diese Art können Sie den Lernprozess der Schüler systematischer beobachten.

Wir glauben, dass das erwähnte Modell deutlich ist und die Verwendung der IT gut zeigt. Wir denken, dass wir uns in Bezug auf unsere eigene Lehrmethode größtenteils auf den Niveaus Eins und Zwei des Modells befinden.  In dieser Gruppe versuchen wir, unsere Unterrichtsstile zu verbessern, um innerhalb des Modells ein höheres Niveau zu erreichen und dadurch auch das Lernen der Schüler zu verbessern.  Unterrichtet man nur auf den Niveaus Eins und Zwei, so bedeutet das nicht, die Schüler würden hierdurch keine Anregung erfahren. Wir setzen diese Art des Unterrichtens weiterhin ein, da wir in unseren Klassenzimmern deutlich sehen, dass die Schüler oft denken, digitale Hilfen zu benutzen bringt Spaß. Das wiederum erhöht ihre Motivation zu lernen. In der Gruppe haben wir Diskussionen über die Frage geführt, wie sich innerhalb des Modells höhere Niveaus erreichen lassen. Schließlich haben wir uns zusammen mit unseren deutschen Partnern entschieden, ein ‘Spiegelbeispiel’ durchzuführen, um bewerten zu können, ob die Schüler stärker motiviert sind und besser lernen, wenn IT im Unterricht neuartig verwendet wird. Sehr schnell fanden wir nach der Lektüre des Buchs heraus, dass man, um die höheren Niveaus des Modells zu erreichen, eine andere Lehrmethode und andere Zeitrahmen verwenden und dass man seinen Unterricht anders vorbereiten muss. Man braucht zum Beispiel Zeit, um die verwendeten Anwendungen zu überprüfen, damit man sicherstellen kann, dass diese beispielsweise funktionieren, auf dem neuesten Stand sind und dem Zweck dienen.

Der Autor erwähnt mehrere übliche Fallen, in die die Schulen leicht tappen können, wenn sie versuchen, IT im Unterricht einzusetzen. Dazu zählen eine fehlende Infrastruktur, fehlende Bildung, ein fehlender Verwendungszweck beim Einsatz von IT, mehr Einzelarbeit für die Schüler kombiniert mit weniger Unterstützung durch die Lehrer, Logistik des Klassenzimmers und die Art, wie der Lehrer seine Aufgabe als Lehrer bezogen auf den Einsatz von IT interpretiert. Wir erkennen uns in diesen Punkten wieder und sind uns dessen bewusst, dass wir aktive Arbeit leisten müssen, um diese Probleme zu lösen und die obenstehenden Fallen zu  umgehen. Daher brauchen wir etwas Zeit, um diese Themen mit dem gesamten Kollegium zu diskutieren. Wir müssen auch die Gelegenheit bekommen, eine Methode zu entwickeln, wie man diese Fallen umgehen kann. Danach gelingt es einem vielleicht schon, IT auf problemlosere Art zu benutzen.

Der vielleicht wichtigste Punkt in dem Buch ist, zumindest aus Sicht des Autors, dass sich alle Lehrer dessen bewusst werden müssen, dass der Einsatz von digitalen Werkzeugen die Perspektive darauf, wie man lernen soll, verändert. Wir können nicht kontrollieren, was die Schüler lernen, und die Schule hat kein Monopol auf Wissen und darauf, wie die Schüler lernen. Oft zählt am meisten, wie man lernt und nicht immer, was man lernt. Der Autor betont, wie wichtig es ist, dass die Schüler körperlich nah zueinander im Klassenzimmer sitzen, wenn IT verwendet wird, damit man sie den ganzen Lernprozess hindurch beobachten und coachen kann. Das zu tun ist besonders wichtig, bis Sie sich davon vergewissern können, dass es den Schülern gelingt, selbständiger zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Nach Ansicht des Autors ist es verwerflich, die Schüler allein arbeiten zu lassen. Für ihren Lernerfolg bewirkt dies gegenteilige Konsequenzen. Umfragen der schwedischen Nationalagentur für Bildung ergaben, dass einer der einflussreichsten Faktoren für die nachlassenden Ergebnisse schwedischer Schüler darin besteht, dass sie im Allgemeinen viel Arbeit allein machen sollen, ohne genügend Hilfe von ihren Lehrern zu erhalten. Das dürfen Sie nicht vergessen, wenn Sie in Ihrer Unterrichtsmethode digitale Werkzeuge einsetzen.

Das Buch weist auch darauf hin, wie wichtig es ist, dass die Lehrer den gesamten Lernprozess der Schüler beobachten, nicht nur dessen Endprodukte. Wir müssen sicherstellen, dass die Schüler bei der Arbeit mit IT alle ihre Fähigkeiten entwickeln. Für die Arbeit der Schüler gilt der Spruch ‘Freiheit, aber zusammen mit Verantwortung‘. Das verlangt, dass Lehrer beim Einsatz von IT klare Regeln haben, vielleicht sogar in noch stärkerem Maße als bei anderen freien Aufgaben im Klassenzimmer. Sie müssen als Ansprechpartner für die Schüler da sein, die Hilfe benötigen, und sie müssen in der Lage sein, Letztere klar zu führen und zu coachen, damit sie das Lernziel erreichen. Zweck, Ziel und Bewertungsprozess müssen beim Einsatz von IT klar sein.  Nur wenn das aus Schülerperspektive stimmt, werden wir in ihrer schulischen Arbeit beim Einsatz von IT eine Qualitätssteigerung bemerken.

Ein weiterer wichtiger Gedanke aus dem Buch ist, dass Schüler Hilfe bei der Verwendung von digitalem Werkzeug brauchen, um die Chance zu haben, dadurch auch andere Kompetenzen zu üben wie Zusammenarbeit, Kommunikation, Problemlösung, kritische Überprüfung und unternehmerische Fähigkeiten. Das bedeutet, dass IT nicht nur ein Werkzeug ist, womit man das Web durchsuchen kann, zum Schreiben oder Zählen, sondern auch ein Werkzeug, mit dem die Schüler allgemeinere Fähigkeiten trainieren und entwickeln können.

Wir haben auch den ethischen Aspekt der Verwendung von IT in unserem Unterricht besprochen. Wir glauben, dass es für die Schüler sehr wichtig ist, auch Teil dieser Diskussion zu sein, damit sich jeder der ethischen Aspekte des Einsatzes von IT in der Schule bewusst ist. Diskussionsthemen wären das Urheberrecht, Quellenkritik, kritische Überprüfung und Gesetze zum Thema Cyber-Mobbing und andere Arten von Gesetzesübertretungen. Wir denken, dass es besser ist, wenn nicht wir den Schülern Regeln und Einschränkungen für ihren IT-Gebrauch auferlegen oder ihre Möglichkeiten der Nutzung digitaler Werkzeuge beschränken. Anstelle dessen sollten die Schüler die ethischen Regeln selbst kennen und so lernen, wie man digitale Werkzeuge verantwortungsvoll einsetzt. Wir möchten, dass sie fürs Leben lernen, nicht nur für den Augenblick. Sogar der Autor denkt, dass dies der richtige Weg zum erfolgreichen Einsatz digitaler Werkzeuge in der Schule ist.

Eine unserer Aufgaben als Lehrer besteht darin, unsere Schüler an die Methoden und Prozesse heranzuführen, die einen tieferen Sinn haben als nur die Suche nach Daten im Internet. Wir verfolgen somit bewusst das Ziel, den Schülern andere Kompetenzen beizubringen als das, was diese selbst ohne Weiteres als sogar noch wichtiger ansehen und gern hätten. Unsere Aufgabe besteht darin, die Kinder für die Zukunft zu unterrichten, in welcher die Schule ihnen die Möglichkeit gegeben haben sollte, Kompetenzen wie soziale Kompetenz, ethische und moralische Reflexion sowie die Fähigkeit, Quellenkritik zu üben, zu praktizieren.

Eine weitere wichtige Lektion, die wir aus dem Buch gelernt haben, ist, dass wir den Schülern beim Umgang mit digitalen Werkzeugen auf persönlichere Art helfen können. Der Autor weist darauf hin, dass digitale Ressourcen den Lehrern helfen können, den Unterricht individueller zu gestalten, je nach Lernstil und -bedürfnissen der  Schüler. Das kann gegebenenfalls Kriterien beinhalten wie Hilfe bei Rechtschreibung oder Satzbau in schriftlichen Aufgaben, Bilder auf dem Whiteboard platzieren zu können, Erinnerungen an die Hausaufgaben zu erhalten und auch Videos auf YouTube anschauen zu können oder umgedrehten Unterricht zu veranstalten, wenn dies für die Schüler passend ist. Werden diese Punkte korrekt eingesetzt, glauben wir, dass digitale Werkzeuge unsere Aufgabe, unseren Unterricht individueller zu gestalten, erleichtern können.

Wie wir alle wissen, wird viel Zeit damit verschwendet, Digitaltechnologie zu managen, die nicht korrekt funktioniert. Die Vorfälle können von der Unmöglichkeit, sich ins Netzwerk einzuloggen, bis hin zu nicht geladenen Computern reichen. All das kann für uns Lehrer eine große Energieverschwendung bedeuten, und demzufolge brauchen wir eine gut durchdachte Struktur rund um das Management digitaler Werkzeuge. Eine oder mehrere Personen in der Schule müssen insbesondere für Struktur und Ordnung der Hardware und deren Unterhalt verantwortlich sein.

Dabei kann es um alles Mögliche gehen, von der Buchung und Belegung von Kapazitäten bis zur Reparatur fehlerhafter Geräte. Das Buch weist darauf hin, dass der Zugang zu einem drahtlosen Netzwerk die Grundvoraussetzung ist, um digitale Technologie zu bekommen, die korrekt funktioniert. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass die Gemeinde diese Gewährleistung übernimmt. Anders ist eine erfolgreiche Lösung nicht denkbar. Betreffs der Speicherung von Arbeiten und Dokumenten, die die Schüler erstellt haben, versichert der Autor, dass Cloud-Dienste (wie Dropbox) in unseren Schulen in wachsendem Maß genutzt werden sollen. In Schulen muss diskutiert werden, welche Stärken und Grenzen solche Cloud-Dienste für die Sicherheit und Privatsphäre der Schüler haben können.

In diesem Buch wird sehr stark betont, wie wichtig es ist, dass die Lehrer vor Nutzung der IT richtig geschult werden. Ein Ratschlag zur erfolgreichen Benutzung digitaler Werkzeuge lautet, dass Schulmanagement und Kollegium zusammen die zugrunde liegende Pädagogik erörtern müssen (Zweck und Ziel), bevor Diskussionen zu der Frage begonnen werden, welche Art von Technologie man kaufen oder verwenden sollte.

Der Autor begrüßt es, wenn Schulen bereit sind, viele Fragen zu stellen. Wir denken, dass das eine hervorragende Basis für einleitende unterrichtsbezogene Diskussionen ist. Wir denken, dass diese Fragen sehr gut sind und dass es wichtig ist, sie zu benutzen. Daher haben wir sie an diesen Artikel angehängt. Diese Fragen können auch zur Qualitätskontrolle bezüglich unseres IT-Einsatzes in der Schule genutzt werden. Gemäß dem Autor ist es ein häufiger Fehler, dass Schulen dies in umgekehrter Reihenfolge tun (erst kaufen und dann diskutieren). Oft stellt sich anschließend kein Erfolg ein. Die wichtigste Frage, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie mit dem aktiven Gebrauch digitaler Werkzeuge beginnen, lautet: ‘Wie können digitale Werkzeuge die Unterrichtsqualität steigern oder verbessern?’ Nur wenn diese wesentliche Frage beantwortet ist, können wir mit der Digitalisierung der Schule fortfahren.

Sie müssen nicht immer ‘den Bach überschreiten, um zum Wasser zu gelangen’, wenn es um die Ausbildung der Lehrer auf diesem Gebiet geht. Aber Sie sollten erst versuchen herauszufinden, über welche Fähigkeiten Ihr Personal bereits verfügt. Betrachten Sie einander als Ressourcen und lernen Sie von den Erfahrungen und Erfolgen des Anderen, sagt der Autor. Danach können Sie, falls das erforderlich wird, externe Experten einladen. Der Autor behauptet auch, dass es von Vorteil sein kann, wenn Sie die Lehrerausbildung in der Schule so planen, dass nicht jeder exakt die gleichen Kompetenzen erwirbt. Sie sollten lieber versuchen, die Kompetenzen im Kollegium zu verteilen, damit an der Schule viele verschiedene Kompetenzen verfügbar sind.

Der Autor glaubt auch, dass unsere Schulen ein gut durchdachtes Modell der Zusammenarbeit haben sollten. Außerdem sollten weitergehende Pläne dazu vorliegen, wie man die IT einsetzen will. Eine bestimmte Gruppe von Lehrern sollte kontinuierlich und systematisch an derartigen Problemen arbeiten, um für unsere Schüler und deren Lernfortschritt die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Unsere Lerngruppe hat eine ähnliche Aufgabe und einen ähnlichen Zweck. Daher ist es sehr wichtig, dass die Lehren, die wir aus diesem Buch und in Zusammenarbeit mit unseren deutschen Projektpartnern gezogen haben, nicht nur in der Gruppe bleiben, sondern mit unseren Kollegen und den in das Projekt involvierten Schulleitern geteilt werden. Auf diese Art können unsere Lehren in die verschiedenen Aktivitäten der jeweiligen Schulen einbezogen werden.

Außerdem glaubt der Autor, dass der Schulleiter, der Rektor, aggressiv und aktiv bezüglich der digitalen Entwicklung der Schule handeln muss. Dann ist es wichtig, dass die digitale Entwicklung systematisch erfolgt und nicht nur stückchenweise. Der Ankauf digitaler Werkzeuge muss, wie oben erwähnt, kontrolliert und ausgewertet werden. Es geht darum, sich selbst permanent zu fragen: ‘Wie erleichtert und fördert diese Art der Arbeit das Lernen meiner Schüler?’

Im Buch können Sie auch darüber lesen, wie die lokale Kultur der Schule möglicherweise die Lernumgebung insgesamt beeinträchtigen kann. Der Autor betont stark, dass die in der Schule vorhandene Kultur unser Lernen stark beeinflussen wird, egal, welche Schulung wir erhalten. Nach Ansicht des Autors ist die beste und günstigste Schulkultur ein Klima der Neugier, in dem sich die Leute trauen, etwas Neues auszuprobieren. Wenn die Kollegen sich gegenseitig ermuntern und neue Dinge vorschlagen, dann probieren sie tatsächlich in größerem Maße auch Neues aus.  Daher ist es wichtig zu berücksichtigen, was für eine Art von Kultur in unserer Schule existiert. Wenn wir nicht der Meinung sind, dass eine Kultur der Neugier vorherrscht, wäre es eine gute Idee darüber nachzudenken, wie man gemeinsam eine solche erschaffen kann. Der Autor argumentiert, dass eine Kultur der Neugier durch eine klare Struktur innerhalb der Organisation erleichtert wird, mit gut funktionierenden, themenbezogen gebildeten Teams und Arbeitsgruppen in der Schule. Das sollten Arbeitsgruppen sein, in denen es klare Arbeitszwecke und -ziele gibt.

Dann präsentiert der Autor in dem Buch diverse Lehrmethoden oder -ansätze. Schnell stellen wir fest, dass wir meistens eine Methode mit dem Namen ‘Prozesspädagogik’ benutzen. Der Autor argumentiert, dass diese Methode die Pädagogik ist, die den besten Beitrag zu guten Ergebnissen leisten kann, da sie auf eine mehr projektbezogene, interdisziplinäre, problembasierte und unternehmerische Art funktioniert.  Der Vorgang ist dabei genauso wichtig wie der Inhalt selbst, und dies liefert mehr Zeit für Studien, die auf den Fragen der Schüler selbst basieren, während der Lehrer eine aktivere Rolle übernimmt und die Schüler leitet, berät, ermuntert und dafür sorgt, dass die Anforderungen, denen die Schüler ausgesetzt werden, ausreichen. Wichtig ist bei der Methode der ‘Prozesspädagogik’, dass die Schüler aktive Mitschöpfer sind. Das heißt, dass die Schüler direkt in die Gestaltung ihrer Ausbildung miteinbezogen werden. Diese Methode ist überdies vollkommen mit unseren leitenden Dokumenten konform. Auf der Grundlage dieser leitenden Dokumente und der Lehren, die wir aus diesem Buch gezogen haben, haben wir uns innerhalb unserer Lerngruppe entschieden, diese pädagogische Methode in unserer Arbeit zu verwenden. Das war unsere Absicht, als wir im Projekt unser ‘Spiegelbeispiel’ planten und durchführten.

Eine weitere Sache, die der Autor betont, ist, dass es sehr wichtig ist zu versuchen, in größerem Rahmen neue Wege zu finden, um die Projekte der Schüler anderen Teilnehmern übermitteln zu können. Haben die Schüler innerhalb oder außerhalb der Klasse neben dem Lehrer einen weiteren Adressaten, so bekommen sie dadurch stärker das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Wenn die Schüler das Gefühl haben, etwas Sinnvolles getan zu haben, fördert das oft ihre Motivation und stärkt ihr Lernen. Daher haben wir diskutiert, wie wir die Hausaufgaben der Schüler besser auf andere Parteien verteilen können. Zurzeit benutzen wir vor allem Cloud-Dienste wie Box und Dropbox zu diesem Zweck. Wir können klar die Vorzüge dieser Cloud-Dienste sehen, da sie das Lesen der Arbeiten vereinfachen und Feedback der Schüler untereinander und vonseiten der Lehrer erleichtern. Selbst unsere leitenden Dokumente empfehlen, über Gastfreundschaft fördernde Aktivitäten und unternehmerisches Lernen dafür zu sorgen, die Arbeiten der Schüler zu verbreiten und einen Mehrwert für andere zu schaffen.

Der Autor beendet sein Buch mit der Zusammenfassung, dass Schulpersonal und Schulmanagement zusammen in die Anstrengungen zum Einsatz von digitalen Werkzeugen im Unterricht eingebunden sein müssen, wenn wir ein erfolgreiches Ergebnis erzielen wollen. Um IT in Schulen erfolgreich einzusetzen, müssen wir uns selbst erst die wichtigen Fragen zu ihrem Zweck stellen, zur Lernmethode, zur Qualitätswahrnehmung und wie diese Werkzeuge unsere Methodologie und unsere alltäglichen Interaktionen mit Schülern, Eltern und Kollegen beeinflussen werden. Nur wenn wir diese Punkte ernsthaft bedenken, kann unsere aufregende Reise in die Erforschung digitaler Werkzeuge im Klassenzimmer beginnen.

Der Autor betont, dass Sie dem Arbeitsprozess im Klassenzimmer immer folgen und aus Ihren Erfahrungen untereinander lernen müssen. Analysieren Sie Ihre Erfahrungen zusammen und suchen Sie sich dann relevante Studien heraus. Sind andere zu ähnlichen Ergebnissen gelangt? Falls nicht, was verursachte in diesem Fall die abweichenden Ergebnisse? Sie sollten auch den Schülern helfen, selbst eine analytische Methode zu entwickeln. Helfen Sie sich gegenseitig, eine solche analytische Vorgehensweise im Klassenzimmer einzuführen. Achten Sie auf die Prozesse, die Sie in Gang setzen, und Sie werden feststellen, dass der Grad Ihres Erfolgs sowohl zum Wissen als auch zur Entwicklung Ihrer persönlichen Verantwortung für das Lernen Ihrer Schüler beiträgt. Zum Schluss können wir in unserer Lerngruppe feststellen, dass unsere Arbeit im Comenius-Projekt konform geht mit dem, was der Autor in Bezug auf die Frage denkt, wie man mit digitalen Werkzeugen in der Schule arbeiten sollte. Es tut gut zu wissen, dass unsere Erkenntnisse wissenschaftlich abgestützt sind, wenn wir die neuen Herausforderungen der digitalen Welt zu bewältigen suchen.

Petra Gilliusson, Per Lundholm, Marianne Hellberg Olsson, Sofia Holmbom